+ Vernetzung

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Der Router NEXUS STAR wird über die Glasfaserverbindungskarte RFOC und Duplex-Glasfaserkabel vernetzt. Dabei können verschiedene Netzstrukturen realisiert werden, beispielsweise auch sternförmige Strukturen — auch mit zusätzlichen parallelen und redundanten Glasfaserverbindungen zwischen den NEXUS-Basisgeräten.
Das NEXUS-Basisgerätenetz ist ein Ganzes: Alle Eingänge, Ausgänge und Bearbeitungskanäle sind im gesamten Koppelfeldsystem nutz- und bedienbar. Im grafischen Bedienprogramm verbindet ein einziger Koppelpunkt Eingang und Ausgang — das System schaltet selbst den kürzesten verfügbaren Weg im Basisgerätenetz.

Glasfaserverbindungen

Die Glasfaserverbindungen zwischen den Basisgeräten sind immer bidirektional und übertragen insgesamt 256 Audiokanäle sowie Kommunikations- und Synchrondaten. Dabei kann die Anzahl der Audiokanäle pro Richtung variieren. Möglich ist die Übertragung von je 128 Audiokanälen pro Richtung bzw. von Kombinationen mit 192/64 oder 64/192 Audiokanälen.
Glasfaserkabel sind auch im mobilen Einsatz vorteilhaft: Sie sind dünn und leicht bei hoher Übertragungskapazität. Die galvanische Trennung durch Glasfaserkabel vermeidet zudem Erdschleifen zwischen den Basisgeräten und erhöht die elektrische Sicherheit. Sie können mehrere Kilometer ohne Qualitätsverluste überbrücken und sind sicher gegen elektromagnetische und elektrostatische Störungen. Deshalb können Glasfaser ohne Abschirmung in vorhandenen Kabeltrassen verlegt werden.

+ Systemgröße

Die Maximalgröße des Systems beträgt 65.536 Ein- und Ausgänge. Davon können 4.096 Eingangssignale gleichzeitig auf beliebig viele Ausgänge geschaltet werden. Damit sind vielfältige Systeme realisierbar: vom einfachen Formatkonverter im Studio über die Funkhausvernetzung bis hin zum Gesamtnetz eines Messegeländes.
Die optimale Netzstruktur und die Anzahl der benötigten Glasfaserverbindungen werden bei der Planung eines NEXUS-Systems ermittelt. Die Netzstruktur ist beispielsweise abhängig von der räumlichen Anordnung der Basisgeräte und der Verteilkapazität.

+ Signalverteilung

Die Aufschaltung der Eingänge auf Ausgänge erfolgt im NEXUS STAR über eine aktive Schaltmatrix, die Routermatrix und Steuerbaugruppe RCX. Sie verwaltet zentral sämtliche Audiokanäle der 16 einsetzbaren Interfacekarten des NEXUS STAR. 
Die Verbindungen werden nach dem Prinzip des dynamischen Routings hergestellt. Das heißt, dass nur die tatsächlich geschalteten Verbindungen Übertagungskapazität beanspruchen. Die Anzahl der im Netzwerk vorhandenen Ein- und Ausgänge kann deshalb deutlich höher sein als die schon sehr hohe Anzahl von vermittelbaren 4.096 Kanälen.

+ Synchronisation

Auch NEXUS STAR arbeitet – NEXUS-konform – vollkommen synchron. Dadurch kann die Signalverzögerung für alle geschalteten Signale konstant und niedrig gehalten werden: Sie beträgt lediglich sechs Samples. Mit diesem Wert ist NEXUS STAR ideal für zeitkritische Anwendungen, bei denen es auf eine minimale Signalverzögerung ankommt, wie etwa Live-Übertragungen.
Der Synchrontakt wird von der Steuerkarte RCX aufbereitet, um einen jitterarmen Basisgerätetakt sicherzustellen. Dieser aufbereitete Takt steht am Wordclock-Ausgang des STAR-Routers zur Verfügung und kann beispielsweise als Studio-Masterclock oder für externe Maschinen benutzt werden.
Der Verzicht auf eine separate Wordclock-Verteilung vereinfacht die Installation bei weiträumigen Systemen und im mobilen Einsatz.

Abtastfrequenzen

Das NEXUS STAR-Koppelfeldsystem läuft mit den in der Praxis gängigen Abtastfrequenzen von 44,1 kHz und 48 kHz sowie 88,2 kHz und 96 kHz. Die Abtastfrequenz des NEXUS-Netzes wird von einem Bedienrechner aus mit der NEXUS-Software eingestellt.

Synchronquellen

Folgende Taktquellen vom NEXUS STAR und den NEXUS-Basisgeräten können das NEXUS-Netz synchronisieren:

  • ein beliebiger Wordclock-Eingang
  • ein beliebiger digitaler Eingang
  • der interne Taktgenerator
  • eine Glasfaserverbindung
  • die optionale RSYNC-Karte (Video, WCLK, AES/EBU, SDI)
  • falls vorhanden, eine MADI-Karte (RMF)

Das Taktsignal einer externen Quelle wird auf der Steuerkarte des NEXUS STAR (RCX) oder eines entsprechenden Basisgerätes (XCPU) aufbereitet, bevor es als jitterarmer Synchrontakt verwendet und im NEXUS-System verteilt wird.

Generator

Der Taktgenerator auf den Steuerkarten ist mit Präzisionsquarzen ausgestattet und kann als Studio-Masterclock eingesetzt werden. Die Standardausführung erreicht eine Frequenzgenauigkeit von besser als ±10 ppm und erfüllt damit die Anforderungen gemäß AES 11, Grade 2.

Automatische Quellenwahl

NEXUS STAR und das NEXUS-Netzwerk wechseln bei Ausfall einer Synchronquelle automatisch auf eine andere Quelle. Der Wechsel erfolgt gleitend und unterbrechungsfrei. Ist keine passende externe Synchronquelle verwendbar, beispielsweise aufgrund falscher Abtastfrequenzen, wechselt das System auf den internen Taktgenerator vom NEXUS STAR oder eines Basisgeräts.
Eine frei definierbare Prioritätsliste legt fest, in welcher Reihenfolge bis zu acht externe Synchronquellen bei der automatischen Quellenwahl berücksichtigt werden.

+ Hot Swap

Alle Steckkarten in NEXUS STAR (außer RCX) können im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, was einen direkten Service ohne Arbeitsunterbrechung ermöglicht. Versehentlich falsch gesteckte Baugruppen führen nicht zu Beschädigungen. Ausgefallene, falsch gesteckte oder fehlende Baugruppen werden über die Benutzeroberfläche angezeigt.

+ Stromversorgung

NEXUS STAR ist ein sehr energieeffizientes System. Es benötigt auch bei voller Ausbaustufe lediglich 200 Watt. Für die Stromversorgung werden Weitbereichs-Schaltnetzteile an der Rückwand des Routers montiert. Der Betrieb mit redundanter Versorgung und automatischer Versorgungsübernahme ist fester Systembestandteil; an die Router-Backplane können hierfür bis zu vier Netzteile angeschlossen werden. Die Übernahme der Versorgungsspannung bei Ausfall eines Kreises erfolgt automatisch und unterbrechungsfrei.
Während alle NEXUS-Basisgeräte lüfterfrei arbeiten, ist beim NEXUS STAR bei hoher Bauteildichte auf eine ausreichende Luftzufuhr und -zirkulation zu achten. In thermisch problematischen Umgebungen sollte eine Klimatisierung in Betracht gezogen werden.