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Integration mit dem NEXUS Audionetzwerk

Wenige Systeme anderer Hersteller sind so gut miteinander integriert und gleichzeitig so flexibel wie die Großmischpulte aus dem Hause Stage Tec mit der NEXUS Audio-Kreuzschiene. Ursächlich hierfür ist, dass Stage Tec die typische Denkweise auf den Kopf gestellt hat: Ein Mischpult von Stage Tec hat nicht, wie vergleichbare Konkurrenzprodukte, eine eigene Audio-Matrix sondern das gesamte Mischpult selbst ist ein Teil der Matrix.

Diese grundlegend andere Denkweise eröffnet viel weitreichendere Möglichkeiten: Wenn sich das Mischpult inmitten aller Ein- und Ausgänge des gesamten Systems befindet, so ist logischerweise die Integration um ein Vielfaches besser, als wenn Inputs und Outputs von außen zunächst in das Mischpult hineingeführt werden müssen. Ebenso verhält es sich mit allen Steuerungsoptionen. Diese selbst auferlegten Beschränkungen anderer Systeme hat Stage Tec seit Anbeginn der Entwicklung der NEXUS Kreuzschiene bewusst überwunden.

Bidirektionale Steuermöglichkeiten

Jedes Basisgerät verfügt über die sogenannte NEXUS Logic Control. Die mächtigen bereitgestellten Logik-Funktionen können zu Makros verknüpft werden und sind in der Lage, alle wichtigen, lokalen Audioparameter auszuwerten. Dies allein eröffnet bereits Möglichkeiten, die kaum ein anderes System bieten kann. Darüber hinaus lassen sich GPIOs abfragen und setzen, Befehle über serielle Schnittstellen empfangen und versenden oder eine permanente Kommunikation über Ethernet mit einem externen Steuersystem aufbauen. Da die Funktionen von verschiedenen NEXUS Kartentypen bereitgestellt werden, ist die Auswahl groß. Besonders deutlich wird dies bei den seriellen Schnittstellen: RS232, RS422, RS485 und MIDI stehen zur Verfügung. USB und Ethernet sind bereits auf jeder CPU-Karte vorhanden. NEXUS Logic Control ist in der Lage, systemweit mit anderen Basisgeräten zu kommunizieren, Zustände abzufragen und zu übermitteln. So ergibt sich ein Zusammenspiel innerhalb der NEXUS Kreuzschiene und mit externen Systemen, das weit über die Optionen eines Audio-Netzwerkes hinausgeht und teilweise in der Lage ist, externe Mediensteuerungen vollständig zu ersetzen. Dies ermöglicht nicht nur eine ungeahnte Integration direkt bis in einzelne Tasten an der Audio-Konsole hinein, sondern eröffnet auch ein großes Sparpotential durch Eliminierung zusätzlicher Steuersysteme und erheblicher Vereinfachung von Arbeitsabläufen. Eine Stage Tec Konsole stellt im Zusammenspiel mit der NEXUS Logic Control vielfältigste Möglichkeiten zur Verfügung, deren Nutzung dem erfindungsreichen Nutzer fast keine Grenzen setzt.

In geradlinigen, einfachen Fällen lassen sich die User-Tasten der Konsole z.B. zur Signalisation von externen Zuständen verwenden oder zur Steuerung ebendieser. Das kann schlicht das Setzen von Koppelpunkten sein oder in Verbindung mit NEXUS XRI Karten auch das Schalten von Kontakten zur Ansteuerung von Beleuchtung, Lichtzeichen oder anderen Dingen. Auch Warnzustände wie beispielsweise das Fehlen eines Signalpegels auf den Sendeleitungen oder andere Fehlerzustände innerhalb oder außerhalb von NEXUS ließe sich etwa durch Blinken anzeigen.

Über das einfache Schalten von Kontakten hinaus lässt sich die NEXUS Logik jedoch auf für komplexere Aufgaben verwenden, die allesamt von der Konsole aus bedient werden können. Denkbar sind hier der Abruf umfassender Systemzustände, "NEXUS Snapshots" genannt oder auch die Implementierung einer Pan-Tilt-Zoom-Kamerasteuerung. In einem studiotypischen Anwendungsfall könnte so auf einen einzelnen Knopfdruck hin die Umschaltung verschiedener Aufnahmeräume zwischen mehreren Regien erfolgen. Eine PTZ-Kamera ließe sich leicht verwenden, um damit nicht nur die Dirigentenposition sondern auch wechselnde Solisten zu erfassen. Mittels zusätzlicher Video-Eingänge kann das Bild selbst sogar auf den Metering-Screens der Konsole angezeigt werden. Einmal angelegte Presets können mit den Szenen in der Konsole abgespeichert und vollautomatisch im Verlauf der Show abgerufen werden.

Von der Konsole aus alles im Griff

Das Mischpult ist das Herzstück, von dem aus der Engineer alle Funktionen im Netz unter Kontrolle hat: vom integrierten Mikrofon-Splitter und dem gesamten Routing im NEXUS Netz bis hin zu den Delays, EQs und Limitern des Beschallungssystems. Alle Meldungen der permanenten Selbstüberwachung des gesamten Systems werden direkt am Pult signalisiert. Im unwahrscheinlichen Havariefall sind alle Komponenten hot-swapfähig und innerhalb von nur 2-3 Sekunden wieder spielfähig. Zur Kommunikation lässt sich das Talk-Mikro der Konsole auf jeden Bus routen und mit Intercom-Systemen anderer Hersteller integrieren. Auf externe Fehler und Zustände kann das Mischpult automatisch reagieren. Trigger können dabei remote oder lokal geschaltet sein, beispielsweise der Ausfall des Playback-Zuspielers oder ein Tasten-Cue aus der Drahtlos-Überwachung. Die zu steuernden, externen Funktionen können beliebig komplex sein. Aus der Szenenautomation der Konsole heraus kann jeder Snapshot immer neue Settings herstellen, unabhängig davon, ob dies systemeigene Parameter sind oder via GPIO, serieller Protokolle, Ethernet oder MIDI Geräte von Drittherstellern gesteuert werden sollen.

Clock, Timecode und Steuersignale

Aufgrund seiner äußerst genauen Taktrate wird NEXUS häufig als Clock Master betrieben. Umgekehrt ist auch eine Synchronisation auf beliebige, digitale Eingänge inklusive Hierarchie-Definition und dropout-freiem Sync-Transitioning möglich. Seit jeher bietet NEXUS die Möglichkeit, Timecode, Sync und serielle Protokolle transparent mit über das System zu übertragen und auf verschiedene Abgriffe zu verteilen bzw. zu schalten. Natürlich kann nahezu jedes serielle Signal zur Steuerung des gesamten Systems aus Basisgeräten und Konsolen verwendet werden.

In einer Timecode-Umgebung können AURUS Konsolen sowohl Master als auch Slave sein. Über NEXUS kann der Timecode mit höchster Präzision im gesamten Netz verteilt und an externe Systeme ausgegeben werden. Parallel zum Timecode erzeugen Stage Tecs Mischpulte MIDI, RS-232 und andere Signale zur Steuerung externer Geräte. So wird Automation in größeren Shows zum Kinderspiel.