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ON AIR flex: Das individuelle Broadcast-Mischpult mit neuartig dreigeteilter Mischpultstruktur

Das kleinste STAGETEC -Mischpult kommt jetzt in der neuen Version ON AIR flex auf den Markt und positioniert sich als anpassungsfähiges Broadcast-Mischpult mit grenzenlosen Freiheitsgraden

OnAir flex gesamtDie Frage, was eigentlich ein Mischpult ist, wurde an dieser Stelle schon öfter erörtert — und in gut 20 Jahren digitaler Mischtechnik auch vielfach beantwortet. Noch immer gibt es aber viel Potenzial für neue Konzepte, vor allem für solche, die weit mehr ermöglichen, als es mit den noch in der analogen Welt verwurzelten Anfangslösungen denkbar war.

Drei Aspekte charakterisieren ein Mischpult von heute: die Audio- Processing-Hardware, die Anzeige- und Bedienelemente sowie die Steuerintelligenz. Letztere verbindet die ersten beiden miteinander, legt also fest, welches Audio-Processing vorgenommen werden soll, wenn ein Drehgeber bedient, ein Fader geöffnet oder ein Taster gedrückt wird. Zugleich sorgt die Steuerintelligenz für eine korrekte Signalisation zum Nutzer hin, der zum Beispiel den numerischen Pegelwert seiner Änderung angezeigt bekommt.

„Die Systembetreuer des Kunden haben ein Werkzeug, um Anpassungswünsche vor Ort direkt umzusetzen.“  Treva Head

In der analogen Welt waren diese drei Aufgaben im Mischpult selbst vereint. Durch die Digitalisierung verlagerte sich das reine Audio-Processing von der Konsole weg in ein 19"-Rack im Maschinenraum. Und nun trennt STAGETEC auch die Steuerkomponente als eigenständiges Element ab.

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CRW 7008Das Team rund um ON AIR flex
Die drei jungen Entwickler Tim Dylla, Stephan Eichler und Bert Münnich sind bei STAGETEC in Berlin Teil des Teams um ON AIR flex. Sie haben insbesondere die Entwicklung der neuen, dreigeteilten Stuktur einfließen lassen. Treva Head, Regional Manager Australien und hier nicht im Bild zu sehen, integriert die ersten ON AIR flex bei seinem australischen Kunden ABC und liefert dem Entwicklerteam das Feedback aus der Praxis.

Das Ergebnis ist ON AIR flex, ein kompaktes Mischpult, das optisch wie ein ON AIR 24 aussieht, sich jedoch viel freier konfigurieren lässt. Denn die Auslagerung der Steuerkomponente macht die Mischpultlogik völlig unabhängig und von allen Seiten zugänglich. Die drei Komponenten des ON AIR flex, also das Audio-Processing, die Bedienelemente und die Steuerintelligenz, kommunizieren eng miteinander. Als Kommunikationsweg wählte STAGETEC das Standard-IP-Protokoll, was der Installation eine verschlankte Verkabelung und hohe Freiheitsgrade bei der räumlichen Verteilung der einzelnen Elemente gibt. Letztendlich könnte man jeden beliebigen Steuerimpuls über diese flexible Steuerintelligenz einbinden. Im Extremfall wäre es möglich, über den Einschalter der Kaffeemaschine das Mischpult stummzuschalten — um in Ruhe seine Pause genießen zu können.

„… mit einem einfachen Texteditor die Funktionalität und Logik seines Mischpults festlegen!“  Bert Münnich

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OnAir flex schraegON AIR 24 und ON AIR flex
Das neue ON AIR flex und das bereits 2011 vorgestellte ON AIR 24 haben viel gemein. Sie sind modulare Mischpultsysteme, deren Prozessorleistung jeweils von einer NEXUSEinschubkarte, der XCMC-Karte, bereitgestellt wird. Diese verarbeitet — unabhängig von der Anzahl der verwendeten Faderzüge — bis zu 40 Eingangskanäle. Die Mischpultstruktur bietet acht Gruppen, acht Summen, acht Aux-Wege und acht N-1-Wege oder alternativ bis zu 54 Eingangskanäle ohne Gruppen.
Die Ein- und Ausgangsanschlüsse stellt das NEXUS-Netz zur Verfügung, das von einem einzelnen, lokal installierten Basisgerät bis hin zu einem flächendeckenden Audionetz reichen kann.
Die Bedienoberfläche des ON AIR 24 basiert auf kompakten Bedienpanels mit lediglich vier Fadern, so dass der Kunde damit auch sehr kleine Einheiten bilden kann. Diese Panels können auch für ON AIR flex verwendet werden. Bereits das ON AIR 24 lässt sich via Software und Touch-Screen bedienen. Allerdings sind sowohl die Hardware-Bedienelemente als auch die Bediensoftware beim ON AIR flex deutlich flexibler gestaltet.

Aber nicht alles, was machbar ist, ist bekanntlich auch sinnvoll. Das Kaffeemaschinen-Beispiel zeigt aber auf, wie weitreichend die Konsequenzen sein können, die diese Verlagerung der Mischpultintelligenz nach sich zieht: Der Kunde kann jetzt genau die Bedienlogik realisieren, die er möchte. Auch Kombinationen sind damit problemlos möglich, also etwa ein Tastendruck, der das ON AIR flex anweist, ein vorab definiertes Quellenrouting samt Mischpult-Kanalbelegung und der Kanalparameter zu laden. Hinzu kommt, dass die Bedienoberfläche maximal flexibel und skalierbar ist. So lassen sich Pulte aus beliebig vielen OFAD-Fader-Kassetten, OMON-Monitorkassetten und bildschirmgestützter Bedienung oder jedem anderen STAGETEC-Steuermodul zusammensetzen. Und für die Zukunft ist hier noch viel Entwicklungsspielraum vorhanden.

„Wir können umfangreiche Kundenanpassungen ohne eine Änderung der Software realisieren.“  Stephan Eichler

Zum Editieren der Bedienlogik hat der STAGETEC-Software-Entwickler Bert Münnich mit der so genannten MapCfg-Sprache eine neuartige Möglichkeit der Mischpult-Konfiguration geschaffen. MapCfg basiert auf einem relativ einfach zu erlernenden Vokabular, das die gewünschte Mischpult-Funktionalität beschreibt und anschließend kompiliert wird. Bert Münnich: „Nach einer kurzen Einarbeitung kann man mit einem einfachen Texteditor die Funktionalität und Logik seines Mischpults festlegen.“

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ONAIR-AUSTRALIA-02 bearbDer erste Kunde
Seit einigen Jahren gehört ABC in Australien zu den STAGETEC-Kunden, die ganz maßgeblich an der Weiterentwicklung von Produkten beteiligt sind. Bereits ON AIR 24 feierte bei dem australischen Sender 2011 Premiere, und sein neuer Abkömmling, das ON AIR flex, wurde ebenfalls mit Blick auf die Bedürfnisse von ABC entwickelt. Die ersten Installationen sind bereits seit Oktober 2013 im Hauptstadtstudio Canberra der ABC in Betrieb.
Treva Head betreut ABC vor Ort in Australien. Seine Einschätzung: „Wir sind jetzt in der Lage, schnell und sehr detailliert jeden gewünschten Workflow unseres Kunden mit dem Mischpult abzubilden. Hier bei ABC betrifft das vor allem das komplexe Zusammenspiel mehrerer Regien, die in verschiedensten Varianten miteinander kombiniert werden sollen.“
Der Umfang dieses Erstprojekts zeigt sich schon anhand der großen Menge von Anpassungen, die STAGETEC Berlin und Treva Head in Australien vorgenommen haben: Rund 2600 Zeilen neuer MapCfg-Code bildet die vielen verschiedenen Abläufe in den ABC-Hauptstadtstudios ab.
„Ein großer Vorteil ist die starke Logikprogrammierung hinter den Mischpulten. Mit ihr haben wir es zum Beispiel erreicht, ein ganz minimalistisches Mischpult einzubauen, das aber im Hintergrund über die umfangreiche Logiksteuerung selbst komplexe Abläufe und Schaltungen steuern kann.“

Wirklich interessant für den Anwender sind die neuen Möglichkeiten, die sich durch die freie Wahl der Bedienelemente ergeben. Jedes vom Steuerprotokoll unterstützte Element lässt sich in die Bedienoberfläche einbinden und vollkommen frei mit Funktionen belegen. Das bezieht sich nicht nur auf die Bedienmodule, die aus der Serie des ON AIR 24 gewählt werden können, sondern auch auf Bildschirm- oder Touch-Screen-Oberflächen.

Diagramm ON AIR flex deutsch

Bereits das ON AIR 24 kann auf Wunsch über einen Touch-Screen bedient werden. Beim ON AIR flex ging STAGETEC einen großen Schritt weiter und implementierte eine vollkommen neue, bildschirmgestützte Bedienoberfläche. Da jeder Webbrowser diese virtuelle Oberfläche darstellen kann, ist die Bedienung von jeder Stelle des Netzwerkes möglich — und in weiten Teilen individuell anpassungsfähig. Die Grundlage dafür bildet eine Bibliothek aus Oberflächenelementen, die genau nach Kundenwunsch auf der Browseroberfläche zusammengestellt werden.

„Wir haben den Browser zur alternativen Bedienoberfläche gemacht.“  Tim Dylla

Der ursprünglichen Version des klassischen On-Air-Mischpults, dem ON AIR 24, lag die Prämisse zugrunde, durch ein stets identisches Erscheinungsbild auch ungeübten Nutzern — beispielsweise dem Moderator im Selbstfahrerstudio — die Bedienung des Mischpults zu ermöglichen. Es folgte quasi dem Prinzip der Festverdrahtung mit immer gleichen Signalwegen. Diese Sicherheit schätzen viele Nutzer, aber sie wollen zugleich umfassend definieren können, wie diese Festverdrahtung aussehen soll. Besonders für den internationalen Vertrieb ist dies ein wichtiger Aspekt, da die Ansicht, wie ein On-Air-Mischpult aussehen muss, von Land zu Land erheblich variieren kann. Das neue Konzept gibt dem Nutzer jetzt alle Freiheit an die Hand: Der Kunde kann bei STAGETEC ein von der Steuerlogik und vom Erscheinungsbild her hoch angepasstes ON AIR flex erwerben. Viele Nutzer setzen das kompakte Sendemischpult aber auch ganz anders ein. Es übernimmt beispielsweise im Ü-Wagen kleine Monitoring-Aufgaben oder Vormischungen und wird von technisch geschultem Personal bedient, das mit dem Konzept konfigurierbarer Mischpulte mehr als vertraut ist. ON AIR flex und sein neues MapCfg-Scripting erlaubt nicht nur, einmalig die Anfangskonfiguration zu individualisieren, sondern trägt auch verschiedene Anwendungssituationen samt unterschiedlicher Mischpult-Funktionalität mit. Das Konzept dazu erstellt STAGETEC — oder der technisch geübte Kunde macht es selbst.

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StageTec-NEXUS 02-14 110 A4Die neue Generation von AES/EBU-Karten
Zwei neue AES/EBU-Karten ergänzen seit März 2014 die Palette an digitalen Audioschnittstellen für NEXUS. Im Gegensatz zu den bisherigen AES/EBU-Karten vereinen sie die Ein- und Ausgänge auf einer Karte. Besonders für kleinere Installationen, bei denen nur wenige AES/EBU-Interfaces benötigt werden, reduziert dieses neue Konzept den Aufwand an benötigten Steckkarten. Die Standardversion XETR bietet jeweils vier AES/EBU-Ein- und Ausgänge und kann wahlweise mit XLR- oder BNC-Anschlüssen geliefert werden. Die neue High-Density-Variante HXETR wird als außerordentlich kompakte Lösung für Festinstallationen angeboten. Sie stellt je acht AES/EBU-Ein- und Ausgänge auf Sub-D-Verbindern oder über RJ45-Verbinder bereit.

„Der MapCfg-Interpreter ist extrem klein und auch auf unserer XCMC lauffähig.“  Bert Münnich

Ganz früher wurden Mischpulte für anspruchsvolle Aufgaben, vor allem im deutschen Broadcast, nach Maß hergestellt. Der Kunde wählte sich den genau passenden Fader aus, konnte die Anordnung der Schalter und Potentiometer im Kanalzug beeinflussen und sogar die Farbe der Lackierung wählen. Die Digitalisierung brachte die Standardisierung zurück, weil jede Kundenanpassung eine neue Software-Entwicklung bedeutet hätte. ON AIR flex hingegen positioniert sich als individuelles Broadcast-Pult. Denn mit der nun eingeleiteten Abspaltung der Steuerintelligenz und der neu gewonnenen Konfigurierbarkeit der Steuerlogik kommt die Maßkonfektion wieder — mit völlig neuer Variabilität und spannenden Zukunftsaussichten.

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